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2021-06-22

Das Mikrofon des Friedens und der Freundschaft! - Wir stiften einen Friedenspreis!

Am 22. Juni, vor 80 Jahren, überfiel Nazi-Deutschland die Sowjetunion und tötete dabei in den folgenden Jahren nahezu 27 Millionen Angehörige der russischen Bevölkerung. Diese Menschen wurden Opfer eines beispiellosen und grausamen Vernichtungskrieges.

Ich bin der Meinung, einen solchen Tag sollte man nicht begehen, ohne sich, gerade als Deutscher, daran zu erinnern und sich bewusst zu machen, dass unsere russischen Nachbarn, durch dieses schändliche Verbrechen, den insgesamt größten Blutzoll dieses mörderischen Krieges bezahlt haben.

Dennoch waren es im Endeffekt gerade diese zutiefst geschundenen russischen Nachbarn (die bekanntlich unter ihrem eigenen Despoten schon genug zu leiden hatten), die letztlich die entscheidende Niederlage des Nazi-Regimes herbeiführten und damit auch uns vom Joch des Naziterrors befreiten. Besonders bemerkenswert dabei ist, dass die große Mehrheit der russischen Bevölkerung das Geschehene bis heute nicht der deutschen Bevölkerung unmittelbar selbst zuschreibt, sondern der Ansicht ist, dass auch diese durch den Naziterror unterdrückt wurde. - Ich finde, das allein muss man der russischen Bevölkerung schon sehr hoch anrechnen und dankbar dafür sein!

Gerade auf diesem Hintergrund bin ich wirklich fassungslos und bestürzt darüber, wenn ich sehe, dass heute, gerade zu diesem wichtigen Jahrestag, wieder deutsche Soldaten an der russischen Grenze stehen und zündeln, im Rahmen der größten nach dem 2.Weltkrieg durchgeführten NATO-Militärübung "Defender 2021", von der in der Öffentlichkeit noch dazu kaum etwas erwähnt wird (wie bei so vielem derzeit...) und indem nichts anderes geprobt wird, als ein Krieg mit Russland! Als sei nicht das allein schon eine Schande, tritt gleichsam auch das Kriegsgeschrei wieder laut und aggressiv hervor. - Eine beklemmende und beunruhigende Entwicklung und wie wohl viele von uns wissen, nicht die einzige.

In Zeiten in denen Regierungen Notstände ausrufen, die fortwährend verlängert werden, mag es auch noch so plausibel erscheinen, muss man zutiefst wachsam sein, muss die Dinge wirklich ernsthaft hinterfragen und schauen was plausibel ist und was sich widerspricht. So habe ich es von meinen Eltern gelernt, die als Kinder und Jugendliche noch selbst schreckliche Dinge im Krieg erleben mussten und das hat auch mich und meine Generation geprägt. Gerade in Zeiten, in denen vieles fragwürdig erscheint, gilt es kritisch und achtsam zu sein und mutig und engagiert die Wahrheit zu suchen und Gewissheit zu erlangen.

Glaube ich etwa, das wirklich der Frieden in Gefahr ist und es tatsächlich Krieg geben könnte? Ich fürchte leider ja. Ich selbst habe diese Gefahr noch nie als so groß und unmittelbar empfunden wie heute. Noch nie hat es so viele Anzeichen in so hoher Dichte gegeben. Dies zu analysieren, aufzuzeigen und deutlich zu machen, sollte aus meiner Sicht Gegenstand engagierter Friedensarbeit sein. Damit dies einen Krieg aber auch tatsächlich helfen könnte zu verhindern, müsste es nicht nur von einer kleinen Minderheit, sondern von der breiten Öffentlichkeit getragen werden. Wie wahrscheinlich ist es, dass dies geschieht? Was trägt dazu bei? Was nicht?

Die Geschichte wird zeigen, ob wir insgesamt aus den Erfahrungen solcher Herrschaft des Schreckens gelernt haben und auch, ob eine solche durch uns, oder unsere Mitschuld, tatsächlich nie wieder entstehen kann, wie wir das nach dem Naziterror jedenfalls jahrzehntelang eindringlich beschworen haben. Doch so sehnlich ich es mir ja auch wünschen und erhoffen möchte, ich wüsste nicht, woher ich die Selbstverständlichkeit nehmen könnte, mir dessen wirklich völlig sicher zu sein. Wissen Sie es? Dann sagen Sie es mir doch bItte.

Naja und was hat das jetzt überhaupt mit Mikrofonen zu tun? - Sehr viel! - Durch ein Mikrofon können Krieg und Unfrieden heraufbeschworen, aber auch verhindert werden. Wir wünschen uns natürlich, dass möglichst viele unserer Mikrofone zu letzterem beitragen mögen und wir sind stolz auf alle unsere Kunden - und natürlich auch auf all unsere nicht-Kunden - die Ihre Mikrofone dazu benutzen, Teil einer Kultur des Friedens zu sein und wir möchten für uns selbst ebenfalls einen beständigen Beitrag zu einer solchen Friedenskultur leisten.

So hat uns z.B. die Situation in Bezug auf Russland dazu veranlasst, ein "Mikrofon des Friedens und der Freundschaft mit Russland" zu bauen, das wir bereits im letzten Jahr, zum 75. Jahrestag des Kriegsendes, sozusagen stellvertretend, an einen russischen Sender in Deutschland übergeben haben, um dort damit Stimmen des Friedens und der Freundschaft zu Wort kommen zu lassen. Man hat sich darüber wirklich sehr gefreut und möchte die Idee auch gerne umsetzen.

Der Kern der Geste ist eindeutig: Miteinander reden, statt übereinander. - Ein altes Sprichwort sagt: "Bevor du jemanden verurteilst, laufe erst tausend Schritte in seinen Schuhen." -  Oder anders, wie es im Recht so schön heist: "Audiatur et altera pars." - "Die andere Seite ist zu hören." - Dies sollte sicher nicht nur für den Dialog mit Russland gelten, sonder allgemein. Ob und inwiefern dies geschieht, ist natürlich eine andere Frage. Frieden ohne Dialog ist jedenfalls nicht möglich, nicht mit Russland, nicht mit China, nicht unter uns, oder irgendwo sonst.

Genau diese Dialogfähigkeit zu fördern, finden wir (gerade heute!) besonders wichtig und möchten gute Beiträge dazu gern unterstützen. Wenn Sie sich an unserem Friedensdialog beteiligen möchten, dann freuen wir uns darüber und würden solche Beiträge auch gern präsentieren und besonders gute Beiträge auch auszeichnen. Ob dies nun ein Beitrag ist, der sich, wie in unserem Beispiel, speziell auf Russland bezieht, oder er eine andere wichtige Friedensfrage aufgreift, wie z.B. den gerade in der gegenwärtigen Situation so stark gefährdeten sozialen Frieden, oder eben ein anderes zentrales Friedensthema, ist dabei nicht vorgegeben.

Beiträge können gesprochenes Wort, oder gesungene Lieder sein, oder z.B. auch versuchen, nur mit Bildern und Musik auszukommen... -  Wichtig ist, wie sehr der Beitrag jeweils geeignet ist, Ursachen von Unfrieden aufzuzeigen, zu hinterfragen und Menschen in den Dialog darüber zu bringen, wie man diese Ursachen erkennen und bestenfalls beseitigen könnte. 

Es gibt also nun einen Friedenspreis bei uns - Das Mikrofon des Friedens und der Freundschaft, verliehen an diejenigen, deren Beiträge besonders wertvoll sind. Wir wünschen uns jedenfalls schon jetzt eine rege Teilnahme, gute Beiträge und sammeln Ideen, wie man diese Initiative am besten durchführen und voranbringen kann. Dazu in Kürze mehr...

 

(Diese Initiative ist unabhängig von unserer vorübergehenden Schliessung.)

 


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